gemeinwohlorientiertes Handeln
sinnvoll für alle
Unseren ersten Gemeinwohlbericht haben wir Mitte 2023 erstellt. Der Bericht von 2025 dokumentiert unsere Maßnahmen und unseren jeweiligen Entwicklungsstand zum damaligen Zeitpunkt.
Gemeinwohlbericht von 2025
Kurzversion von 2024
Zertifikat über externes Audit der Gemeinwohlbilanz
Gemeinwohl bei prosa
A3 Verantwortung in der Zulieferkette

Bei Hardware setzen wir auf Rechner, Smartphones und Notebooks von Apple, da es sich hier um sehr leistungsfähige Produkte handelt. Neuanschaffungen reduzieren wir auf das Notwendige, kaufen – wenn doch Neues angeschafft werden muss – refurbed und lassen unsere Geräte reparieren anstatt sie zu entsorgen.
Wir haben einen großen Anteil an Online-Kommunikation, wenn persönliche Treffen nicht nötig sind. Wir nutzen dies zur alltäglichen Planungsabstimmung mit unseren Bauherren sowie anderen Planungsbeteiligten. Desweiteren ermöglicht das servergestützte Arbeiten in Verbindung mit der beschriebenen Online-Kommunikation unseren Mitarbeitenden die Arbeit aus dem Home-Office.
Durch den beschriebenen Online-Workflow reduzieren wir im Büroalltag auch den Bedarf an Druckerpapier und Farbe auf ein notwendiges Minimum.
Im Mobilitätsbereich setzen wir seit mehreren Jahren auf Carsharing, ein ursprünglich zusätzlich geleastes Büroauto wurde 2021 komplett abgeschafft. Unsere Hochbau-Projekte suchen wir bewusst im Umkreis von maximal 100 km um Darmstadt.
Für uns ist das Thema Mobilität auch für den Arbeitsweg der Mitarbeiter*innen sehr relevant. Um dies zu stärken, konnten wir unseren Vermieter überzeugen, in der hauseigenen Tiefgarage zwei PKW-Stellplätze in Abstellplätze für Fahrräder umzuwandeln. Dadurch können wettergeschützte und sichere Plätze für Fahrräder und Lastenräder angeboten werden.
Wir beziehen, sofern die Option besteht, unsere Waren von regionalen Partner*innen. Durch langfristige Geschäftsbeziehungen möchten wir hier auch selbst eine verlässliche Partnerin sein.
B2 Soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln

Bei prosa geht es nicht um Gewinnmaximierung. Mittelüberschüsse werden reinvestiert und/oder bilden Rücklagen für nicht so gute Jahre und werden an alle Mitarbeitenden weitergegeben.
Wir konzentrieren uns auf eine Konsolidierung der aktuellen Teamgröße mit einer guten Auslastung der Mitarbeitenden. Regelmäßige Fortbildungen, die auch die Architektenkammer verlangt, verursachen ebenfalls regelmäßig Kosten. Hier bemühen wir uns um eine gleichmäßige Streuung im Team. Um im Team weiterzukommen und das Miteinander voranzubringen, machen wir zweimal im Jahr Workshops, die nicht im Büro stattfinden.
C1 Menschenwürde am Arbeitsplatz

Grundlegendes Verständnis
Menschenwürde verstehen wir als grundlegenden Baustein für unsere Unternehmenskultur und Notwendigkeit im täglichen Miteinander – intern wie auch extern. Ein respektvoller, freundschaftlicher sowie vertrauensvoller Umgang unter den Mitarbeitenden sowie zwischen Mitarbeitenden und der Geschäftsführung ist unser gemeinsames Ziel.
Gleichbehandlung und ein respektvoller Umgang miteinander sind uns wichtig. Ausgrenzung, Mobbing oder Diskriminierung werden nicht toleriert. Für Probleme, Sorgen, Anregungen und Kritik stehen zusätzlich Vertrauenspersonen zur Verfügung.
Unsere Organisationsstrukturen sind geprägt von flachen Hierarchien, die allen Mitarbeitenden Handlungs- und persönlichen Entwicklungsspielraum Eigenverantwortung bieten.
Existentielle Entscheidungen wie Personal- oder Büroentscheidungen werden bisher alleinig durch die Geschäftsführung getroffen. Gleichzeitig gibt es Überlegungen, wie Mitarbeitende künftig stärker in Entscheidungsstrukturen eingebunden werden können.
Im Hinblick auf unsere Berufstätigkeit auf Baustellen spielt die Thematik des Arbeitsschutzes eine besondere Rolle. Sicherheitstechnisch notwendige Ausrüstung (z.B. Bauhelme, Sicherheitsschuhe) wird nach Bedarf zur Verfügung gestellt.
D2 Kooperation und Solidarität mit Mitunternehmen
Auch im hessischen Architektengesetz (§17) ist u.a. festgehalten:
„Die Berufsangehörigen […] sind verpflichtet sich gegenüber berufsange- hörigen Personen und Berufsgesellschaften und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie in der Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Berufe kollegial zu verhalten“
In diesem Sinne kooperieren wir mit:
- Architektur- und Stadtplanungsbüros (z.B. in ARGE bei Wettbewerben und Bieterverfahren)
- Fachplanungs- und Ingenieurbüros
- Grafik- und Gestaltungsbüros
- ausführenden Firmen und Gewerken
- Behörden und Verwaltungen
je nach Projektbedarf mit Gutachtern und Sonderfachleuten
Wir betreiben freien Austausch mit Kolleg*innen ohne Gewinnabsicht.
Wir versuchen mit uns bekannten Unternehmer*innen immer solidarisch, fair und unterstützend umzugehen.
D3 Ökologische Auswirkungen durch Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen

Als Planer*innen betrachten wir diese Aspekte auf unterschiedlichen Maßstabsebenen – von der Stadtstruktur bis zum einzelnen Gebäude.
Stadtplanung
Auf Stadtplanungsebene werden unter anderem folgende Punkte mitgedacht:
1. Globales KLIMA berücksichtigen – Nutzung von Photovoltaik und Geothermie, Wärmerückgewinnung, Betrachtung von Energie- und Ressourcenverbrauch, Synergieeffekte mit Nachbargebäuden, dezentrales, dynamisches Netz
2. soziales KLIMA bedenken – Nutzungsmischung, Gemeinschaftsflächen, Suffizienzbetrachtung
3. StadtKLIMA einbeziehen – Grün zusammenhängend erhalten, dichtere Bebauung mit attraktiven Freiräumen, Maßnahmen zur Verringerung sommerlicher Überhitzung
4. KleinKLIMA mitplanen – Fassadenbegrünung, Retentionsdächer und Retentionsflächen im Stadtraum, Reduzierung versiegelter Flächen
Beispielhaft wurde in Rodgau aus einem projektierten Stadtteil von 45 Hektar mit vorwiegend Einfamilienhäusern ein Konzept mit einer Mischung aus unterschiedlichsten Typologien und einem Anteil von zehn Prozent Einfamilienhäusern entwickelt. Ergänzend wurden kompakte Bauweisen, die Ausrichtung der Gebäude auf solare Erträge, große Grünschneisen für die Frischluftversorgung sowie autoarme Verkehrswege für Fahrräder und Fußgänger*innen vorgesehen.
Hochbau
In der konkreten baulichen Umsetzung von Projekten betrachten wir unter anderem den späteren Betrieb der Gebäude. Dabei spielen beispielsweise folgende Aspekte eine Rolle:
1. Flexibilität und Kompaktheit: Reduktion der Hüllfläche und Erhöhung der baulichen Dichte, flexible und multifunktionale Grundrissgestaltung, Verdichtung
2. Umgang mit Ressourcen: Ressourcenverfügbarkeit, Regionalität, Rückbau- und Rezyklierbarkeit, Umgang mit dem Bestand, Schutz von Grünflächen, Artenschutz, Trittsteinbiotope
3. Konstruktion und Fertigungssysteme: systemgerechte Konstruktion gemäß Bauteileigenschaften, Systemtrennung
4. Nutzung bauteilspezifischer Eigenschaften und klimatechnischer Gegebenheiten: thermische Trägheit, physikalische Prinzipien (z.B. natürliche Belüftung durch Kamineffekt etc.), Frischluftschneisen
5. Energie: Minimierung des Technikeinsatzes auf ein angemessenes Maß, Nutzung von Bauteileigenschaften (s.o.), Einsatz von erneuerbaren Energien, Mobilitätskonzepte, Nutzung von Synergien
6. Inklusivität und soziale Aspekte: Gemeingesellschaftliche Nutzbarkeit, Barrierefreiheit, Partizipation, Gemeinwohl, Beteiligung und Partizipation von Auftraggeber*innen und Nutzer*innen
Beispielhaft konnten wir beim „Sport- und Bildungscampus Bürstadt“ ein umfassendes Energiekonzept umsetzen. Das Gebäude ist als Holzmassivbau mit Brettsperrholz, einer Außenhaut aus Lärche und Stampflehmwänden ausgeführt. Für den Betrieb werden Photovoltaik und ein Wärmenetz mit Wärmepumpen eingesetzt.
Sowohl unsere grundsätzliche Haltung als Planer*innen als auch unsere konkrete Arbeit am Projekt ist geprägt von der Idee ressourcenbewusster Stadtquartiere und Gebäude. Übergeordnete Strategien wie Konsistenz, Effizienz und Suffizienz sind wichtige Stellschrauben im Verständnis und in der Umsetzung.
1. Konsistenz: Vereinbarkeit von Natur und Technik durch Einsatz von ressourcen- und klimagerechten Technologien, die einen schonenden Umgang mit unseren Ökosystemen gewährleisten (z.B. Cradle-to-Cradle); Verringerung von Material- und Energieflüssen
2. Effizienz: Ergiebige Nutzung von (vorhandenen) Materialien und (erneuerbaren) Energieressourcen, Vermeidung von Rebound-Effekten
3. Suffizienz: Reduktion und Optimierung von Raumflächen sowie dem Einsatz von Technikflächen; Kompaktheit und Flexibilität von Stadt- und Gebäudestrukturen, im Vordergrund stehen konkreten Ideen wie Flächen- und Materialeffizienz, der Einsatz von nachwachsenden und definierten Roh- und Baustoffen, Rezyklierbarkeit
D4 Kund*innen-Mitwirkung und Produkttransparenz

Im Rahmen der gesamten Planung haben Kund*innen jederzeit die Möglichkeiten Einfluss zu nehmen, da deren Bedürfnisse grundsätzlich Inhalt unserer Planungen sind. Die Kommunikation läuft über regelmäßige Projekt-Jour-fixe in jeweils unterschiedlicher und themenrelevanter Konstellation.
Die Herangehensweise ist offen, iterativ und geprägt vom Ziel, bezogen auf die konkrete Bauaufgabe und den jeweiligen Ort angemessen zu agieren. Ein „Machen-wir-immer-so“ gibt es nicht – wenngleich Erfahrungen aus bereits bearbeiteten Projekten in das aktuelle Projekt einfließen.
E1 Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte und Dienstleistungen

Raum, in dem sich Menschen alltäglich befinden, kann deren Haltung, Verhalten und Befinden beeinflussen. Das betrifft sowohl den von uns geplanten Stadtraum als auch den umschlossenen Raum, sprich architektonischen Innen- und Zwischenraum. Wir liefern vorwiegend Produkte „für alle“ – Kitas, Schulen, Wohnungsbau für gemeinnützige Vereine und zukunftsorientierte Stadtplanung.
1. Lebenserhaltung/Gesundheit/Wohlbefinden
Architektur: Bei der Planung berücksichtigen wir von Materialien wie Holz- und Lehmbaustoffe, natürliche Lüftungskonzepte, natürliche Belichtung, Schallschutz, Raumakustik und flexible Grundrisstypologie.
2. Schutz/Sicherheit
Stadtplanung: Das Grundbedürfnis Schutz und Sicherheit erfüllen wir durch das Schaffen von Wohn-, Lern- und Arbeitsraum. Raum bietet per se Schutz vor verschiedenen Umwelteinflüssen wie der Witterung.
3. Zuneigung/Liebe
Wir lieben unsere Arbeit und versuchen für möglichst viele Menschen das Beste aus der Aufgabe zu machen. Bei den Architekturprojekten ist in der Material- und Farbwahl eine „Liebe“ zu den zukünftigen Nutzer*innen spürbar. Im Idealfall spüren das die Nutzer*innen und alle, die mit dem Bauwerk in Berührung kommen. Im Team gehen wir respektvoll und wert- schätzend miteinander um.
4. Verstehen/Einfühlung
Architektur: Unsere Projekte, z.B. die Grundschulen und Kindergärten, berücksichtigen den kindlichen Maßstab. Die Gestaltung umfasst beispielsweise Nischen und tiefer gesetzte kleinere Fenster.
5. Teilnehmen/Geborgenheit
Architektur: Von uns geplante Schulen und Kitas bieten Mehrzweckräume, breite Multifunktionsflächen sowie „Gemeinsame Mitten“ die Raum für vielseitige Partizipation bieten. In Wohnungsbauten können großzügige Küchen oder Wohnzimmer gemeinschaftliche Treffpunkte und gleichzeitig Rückzugsorte darstellen. Das Individuum hat dabei ebenso Wert wie die Gemeinschaft.
6. Muße/Erholung
Mithilfe von Freiräumen sowohl in der Architektur als auch in der Stadtplanung entstehen Möglichkeiten für Aufenthalt und Erholung. Häufig durch landschaftsplanerische Elemente, aber auch durch Raumgestaltung und Ausblicke.
7. Kreatives Schaffen
Architektur: In Bildungsbauten berücksichtigen wir Räume für Spiel, Lernen und kreative Aktivitäten. Materialien und Farben prägen die Räume, gleichzeitig sollen die Nutzer*innen diese individuell aneignen können .
In der Stadtplanung sagen wir gern, dass wir den Rahmen definieren – wie einen Bilderrahmen – und die Anwohner*innen und weitere Beteiligte ihn füllen können/dürfen/müssen.
8. Identität/Sinn
Stadtplanung und Architektur: Bestehende Strukturen – z.B. ein Schornstein innerhalb eines Gebietes, eines Grundstücks, Identifikationsorte in der Stadt – bleiben bei unseren Planungen erhalten oder werden in neue Konzepte integriert.
9. Freiheit/Autonomie
Unsere aktuellen Projekte dienen der Öffentlichkeit und/oder schaffen Wohnraum auch für benachteiligte Menschen (-gruppen).
Bildung als Grundbedürfnis für alle Menschen ist zentrales Thema vieler unserer Projekte.
